Was ist die Perimenopause und wann beginnt sie?

Was sich während der hormonellen Übergangsphase verändert, woran du sie erkennen kannst und welche Möglichkeiten du hast.

Vielleicht hast du den Begriff Perimenopause schon gehört und dich gefragt, ob er auch für dich relevant ist. Denn während die Wechseljahre vielen Frauen ein Begriff sind, ist oft weniger klar, wann die hormonellen Veränderungen eigentlich beginnen.

Die Perimenopause beschreibt die Übergangszeit rund um die letzte Menstruation. Sie ist ein natürlicher Abschnitt im Leben einer Frau, der sehr unterschiedlich verlaufen kann.

Manche Frauen bemerken kaum Veränderungen. Andere stellen fest, dass sich ihr Zyklus, ihr Schlaf oder ihr körperliches und emotionales Wohlbefinden verändert.

Was passiert während der Perimenopause?

Während der Perimenopause verändert sich die Funktion der Eierstöcke. Eisprünge werden zunehmend unregelmäßig, und die Konzentrationen der Hormone Östrogen und Progesteron können deutlich schwanken.

Anders als häufig angenommen, sinken die Hormonspiegel dabei nicht einfach gleichmäßig ab. Besonders in der frühen Übergangsphase können die Schwankungen ausgeprägt sein.

Das erklärt mit, warum Beschwerden von Monat zu Monat unterschiedlich sein können. Es bedeutet allerdings nicht, dass jede körperliche Veränderung in dieser Lebensphase automatisch hormonell bedingt ist.

Wann beginnt die Perimenopause?

Der menopausale Übergang beginnt meist in den 40er-Jahren. Der genaue Zeitpunkt ist individuell unterschiedlich.

Die Menopause selbst bezeichnet die letzte Menstruation. Sie lässt sich erst rückblickend feststellen, wenn zwölf Monate lang keine weitere Blutung aufgetreten ist und keine andere Ursache dafür vorliegt. In Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern liegt sie durchschnittlich um das 51. Lebensjahr.

Die Perimenopause umfasst die Übergangsphase vor der Menopause und nach einer gebräuchlichen medizinischen Definition auch das erste Jahr danach.

Wenn du bereits in deinen 30ern Zyklusveränderungen oder andere Beschwerden bemerkst, bedeutet das nicht automatisch, dass du dich in der Perimenopause befindest. Gerade bei ausbleibenden oder deutlich unregelmäßigen Blutungen vor dem 40. Lebensjahr sollten andere Ursachen ärztlich abgeklärt werden.

Woran kannst du die Perimenopause erkennen?

Häufig gehören Veränderungen des Menstruationszyklus zu den ersten Hinweisen. Die Abstände zwischen den Blutungen können kürzer oder länger werden, manchmal bleibt eine Blutung aus.

Auch Hitzewallungen, nächtliches Schwitzen, Schlafprobleme oder Stimmungsschwankungen können auftreten. Manche Frauen berichten über Konzentrationsschwierigkeiten, Gelenkbeschwerden oder Veränderungen im Intimbereich.

Nicht jede Frau erlebt diese Symptome. Und nicht jedes dieser Anzeichen ist spezifisch für die Perimenopause.

Entscheidend ist deshalb, Beschwerden immer im Zusammenhang mit deinem Alter, deinem Zyklus, deiner gesundheitlichen Vorgeschichte und möglichen anderen Ursachen zu betrachten.

Welche Möglichkeiten hast du?

Die Perimenopause ist keine Krankheit. Trotzdem können Beschwerden so belastend werden, dass eine medizinische Behandlung sinnvoll ist.

Welche Maßnahmen infrage kommen, hängt von deinen Beschwerden, deinen persönlichen Zielen und möglichen gesundheitlichen Risiken ab.

Regelmäßige Bewegung, Krafttraining, eine ausgewogene Ernährung und gute Schlafgewohnheiten unterstützen die allgemeine Gesundheit. Bei bestimmten menopausalen Beschwerden können darüber hinaus gezielte Behandlungen helfen. Dazu gehören je nach Situation nicht hormonelle Maßnahmen, eine menopausale Hormontherapie oder lokale Behandlungen bei vaginalen Beschwerden.

Eine Hormontherapie ist weder grundsätzlich notwendig noch grundsätzlich ungeeignet. Ob sie sinnvoll ist, muss individuell ärztlich beurteilt werden.

Auch Blutungsveränderungen sollten nicht vorschnell allein den Wechseljahren zugeschrieben werden. Besonders sehr starke, anhaltende oder ungewöhnliche Blutungen benötigen eine ärztliche Abklärung.

Deinen Körper besser verstehen

Die Perimenopause ist eine Phase hormoneller Veränderungen, aber sie verläuft nicht bei allen Frauen gleich.

Du musst deshalb weder jedes Symptom hinnehmen noch vorsorglich jede mögliche Behandlung beginnen.

Wichtig ist, Veränderungen einordnen zu können, medizinisch relevante Ursachen zu erkennen und gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt zu entscheiden, welche Schritte für dich sinnvoll sind.

Denn gute Frauengesundheit bedeutet nicht, jede Veränderung zu behandeln. Sondern zu verstehen, was in deinem Körper passiert und welche Möglichkeiten du tatsächlich hast.

Medizinische Quellen

  1. NICE. Menopause: identification and management. NG23. https://www.nice.org.uk/guidance/ng23/chapter/Recommendations

  2. Harlow SD et al. Executive summary of the Stages of Reproductive Aging Workshop +10. Menopause. 2012. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3580996/

  3. AWMF. Peri- und Postmenopause: Diagnostik und Interventionen. Registernummer 015-062. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/015-062

Dieser Artikel dient der allgemeinen medizinischen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung oder Untersuchung.

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10 mögliche erste Anzeichen der Perimenopause